Fieber - febbre - Kinderarzt / pediatra

Direkt zum Seiteninhalt

Fieber - febbre

Krankheiten-malattie

Temperatur messen beim Baby: am genauesten, verlässlichsten und einfachsten ist die Temperaturmessung rektal mit einem digitalen Fiebermesser.
Normale Rektaltemperatur beim Säugling: ca. 37-38,2 °C

ACHTUNG: wenn Sie rektal die Temperatur messen und das Thermometer 38°C anzeigt, dann sind dort auch 38°C! Dies ist im Prinzip die zentrale Körpertemperatur, nach der wir uns orientieren sollten. Die allgemeine Verbreitung, man müsse 5 "Stricherln" abziehen, ist der unmögliche Versuch der Menschen, alles in eine Schublade zu legen. Die Temperatur des Körpers ist nie konstant und überall anders. Die normale Temperatur der Leber beträgt ca. 40 Grad nach dem Essen, jene der Muskeln bei Anstrengung über 39°C, weshalb wir ja dann auch schwitzen.

Fieber ist eine natürliche Reaktion des Körpers! Bei 39°C wehrt sich der Körper um das 20ig-fache schneller gegen eine Infektion, man muss deshalb nicht das Fieber bekämpfen. Herz- und Atemfrequenz steigen an, so wie der gesamte Stoffwechsel. Fiebersenkende Mittel dienen nur dazu, die Temperatur etwas zu senken, damit man weniger Schmerzen hat und es dem Kind symptomatisch etwas besser geht.
Ob das Kind eine schwere Krankheit haben könnte, zeigen andere Symptome wie Schmerzen, anhaltender schlechter Allgemeinzustand auch nach Rückgang des Fiebers unter 39°C, Kopfschmerzen, Pfeifen beim Atmen, anhaltende Bauchschmerzen, usw. Man kann über 40° Fieber haben und eine harmlose Virusinfektion, oder fast kein Fieber und eine schwere Erkrankung wie Sepsis.

Wann ist eine Kontrolle beim Arzt empfohlen?
Wenn das Kind nur Fieber hat, auch bis über 40 °C und es dem Kind nach dem Absinken der Temperatur unter 38 sehr gut geht, nur etwas die Nase rinnt, ein bisschen hustet ohne schwer zu atmen, ev. leichte Halsschmerzen hat, kann man problemlos 3 Tage warten. Meistens ist dann am 3. Tag die Krankheit schon fast vorbei und ein Besuch beim Arzt überflüssig!
Bei anhaltendem Fieber über 39,5 °C und/oder bei Symptomen wie oben beschrieben, ist eine baldige Kontrolle empfehlenswert.
Beim Baby, vor allem unter 6 Monaten mit nur leichtem Fieber ist auf jeden Fall auch eine Kontrolle empfohlen, vor allem wenn es weniger trinkt.

Bei Fieber mit warmen Händen und Füßen das Kind ausziehen, ev. feuchte Umschläge machen, Gesicht befeuchten, kühlen Tee schluckweise geben.
Nicht zum Essen zwingen, besser und wichtiger ist genügend trinken.
Keine Wadenwickel oder ausziehen bei kalten Händen und Schüttelfrost!!

TACHIPIRINA BB 120ML
bis 1a: 2,5 ml max. alle 4-6 Stunden
1 - 4a: 5 ml max. alle 4-6 Stunden
> 4a: 10 ml max. alle 4-6 Stunden
TACHIPIRINA SUPP 125MG     1 Zäpfchen bis maximal alle 6 Stunden

Gabe bei Fieber über 39-39,5° C / oder Schmerzen, dabei wollen wir nicht die natürliche Abwehrreaktion "Fieber" bekämpfen, sondern mildern nur die Allgemeinsymptome!!
.
Bei
Schmerzen, z.B. OHRENSCHMERZEN können Sie das Mittel verabreichen und zur Ordinationszeit vorbeikommen, rufen Sie mich am Handy an, wenn die Schmerzen auch nach ca. ½ Stunde trotzdem weiterbestehen, es muss aber keineswegs akut ein Antibiotikum gegeben werden, vorerst reicht und nützt nur die Gabe eines Schmerzmittels!


Wirkungseintritt Paracetamol (Tachipirina) Zäpfchen - Sirup, wie schnell, was ist besser?

Der Wirkstoff im  Zäpfchen rektal wird langsamer aufgenommen, im Durchschnitt erreicht man die maximale Wirkung nach ca. 2 Stunden, was sehr lange ist, wenn das Kind über 40 Fieber hat, oder akut Schmerzen. Es wird zwar die Leber umgangen, allerdings dauert es, bis das Zäpfchen aufgelöst ist und über die Dickdarmschleimhaut aufgenommen werden kann, da der Enddarm ja auch nicht für die Nahrungsaufnahme vorgesehen ist, im Gegensatz zum Dünndarm. Außerdem ist die Aufnahme sehr unterschiedlich, da bei Stuhl im Rektum viel Wirkstoff im Stuhl verbleibt und wieder ausgeschieden wird. Die Bioverfügbarkeit ist also sehr variabel. Bei leerem Enddarm gelangt in der Summe mehr Wirkstoff in das Blut, als bei oraler Gabe, bei Stuhl im Enddarm weniger.
Einsatz: Zäpfchen eignen sich vor allem abends zu geben, oder auch als Basistherapie, da die Wirkung langsam Eintritt, ein flacherer gleichmäßigerer Wirkspiegel im Blut entsteht und die Wirkung länger über Nacht anhält.

Bei oraler Gabe kann man schon nach 30 Minuten den maximalen Wirkspiegel im Blut erreichen,  da eben die Leber passiert werden muss beginnt somit bereits dort ein Abbau, allerdings gelangen 90 % von der Leber in das Blut.
Einsatz: die orale Gabe eignet sich bei schnell auftretenden Schmerzen und bei hohem Fieber. Es wird rasch ein hoher Wirkspiegel erreicht, die Wirkung hält deutlich weinger lang an, als bei Zäpfchen, so ist der Wirkspiegel nach 5 Stunden wieder sehr niedrig.

Hier eine Quelle:
http://flexikon.doccheck.com/de/Paracetamol#Pharmakokinetik
Pharmakokinetik

Nach deroralen Einnahme wird Paracetamol rasch im Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Bereits nach 30-60 min wird die maximale Konzentration im Blut erreicht. Die Bioverfügbarkeit ist hoch und beträgt bis zu 90%. Bei rektaler Verabreichung (Zäpfchen) kann die Bioverfügbarkeit schwanken. Plasmahalbwertszeitliegt bei 1-3 Stunden. Paracetamol wird in der Leber mit Glucuronsäure, oder Glutathion konjugiertund über den Urin ausgeschieden.

Dr. Alfons Haller / I-39040 Kurtinig / Gartenweg 3 / StNr: HLLLNS62C11A022I / IVA 01754470217
Zurück zum Seiteninhalt